Soziale Medien, ein Konstrukt, das von 77,7 % der Bevölkerung genutzt wird (DataReportal, 2026), scheinen immer mehr ihren Weg in die Politik zu finden. Doch hilft diese Entwicklung der Politik, oder sind sie doch nur polarisierende Aggressionsmaschinen, die sogar unsere Demokratie untergraben könnten? Zur weiteren Untersuchung gibt es hier einen Überblick über die Polarisierung in sozialen Medien sowie über eine mögliche altersbedingte Ausgrenzung, die durch diese Entwicklung hervorgerufen wird.
Soziale Medien sind in der Politik kein neuartiger Trend – vielmehr eine bereits grundlegend etablierte Methode, um Wahlwerbung zu betreiben oder Ideologisierung voranzutreiben. Zur Bundestagswahl 2025 nutzten 80 % der Parteien die Möglichkeit, einen offiziellen Parteiaccount auf der Plattform X zu betreiben (Verwiebe et al., 2025). Berechtigt zu einem offiziellen Parteiaccount sind hier Bundes-, Landes- und Jugendverbände der Bundestagsfraktionen sowie der Mitglieder des 20. und 21. Bundestages (ausgenommen BSW und FDP) und der Ministerien des Kabinetts Scholz. Bei den Wählenden scheinen soziale Medien ebenfalls angekommen zu sein: Zwischen der Wahl zum 20. und zum 21. Bundestag hat sich der Anteil der Menschen, die sich zur Wahl über soziale Medien informierten, von ca. 24 % (Geese und Hess, 2021) auf mehr als die Hälfte verdoppelt (Bitkom, 2025).